"Gemeinsame Erklärung" für die "Globale Aktionswelle für Bildung"!

Die Aktuelle Version gibt es HIER !!!

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Ein "weltweites Diskussionspapier" und eine monatelange Diskussion später ist nun die folgende Erklärung fertig.
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"Gemeinsame Erklärung"
für die "Globale Aktionswelle für Bildung" in diesem Herbst

In den letzten 10 Jahren haben Studierende, Schüler_innen, Lehrer_innen, Eltern und Lohnabhängige auf der ganzen Welt gegen die zunehmende Kommerzialisierung und Privatisierung öffentlicher Bildung protestiert und sich für freie und emanzipatorische Bildung eingesetzt.

Dieses Jahr werden Menschen ihren Kampf auf internationaler und globaler Ebene im Rahmen der "Globalen Aktionswelle für Bildung" vereinen.

Viele von uns nutzen die "International Student Movement" als eine selbstverwaltete Plattform, welche initiiert wurde, um den Austausch von Informationen, eine Vernetzung sowie die Koordinierung von Protesten auf internationaler und globaler Ebene zu ermöglichen. Wir streben nach Strukturen, welche basisdemokratisch und nichthierarchisch organisiert und von kollektiven Diskussionsprozessen und Aktionen geprägt sind. Es steht allen offen, die sich mit dem Kampf gegen die Privatisierung öffentlicher Bildung und für freie und emanzipatorische Bildung identifizieren, sich auf dieser Plattform einzubringen und sie mitzugestalten!
Einige von uns haben sich bereits bei folgenden Gegebenheiten kennengelernt und vernetzt: 10 Jahre "Bologna-Prozess" in Louvain la Neuve (Belgien) vom 25.-29. April 2009, G8 University Summit in Turin (Italien) vom 17.-19. Mai 2009, "Bologna Burns" in Wien (Österreich) vom 11.-14. März 2010, "Bologna keeps on Burning" in Madrid (Spanien) vom 8.-14. April 2010 und dem "European Education Congress" in Bochum (Deutschland) vom 25.-30. Mai 2010.

Folgende Ziele verbinden uns weltweit:

Wogegen wenden wir uns?

  • Die Folgen des bestehenden Wirtschaftssystems für Menschen und Bildungssysteme:
    → Studiengebühren oder jegliche andere Form von Gebühren, welche Menschen vom Zugang und der gleichberechtigten Teilnahme an Bildung abhalten
    → die Verschuldung von Studierenden
    → öffentliche Bildung, die danach ausgerichtet ist dem (Arbeits-)Markt zu dienen:

    Der sogenannte Bologna-Prozess (sowie entsprechende Prozesse in anderen Teilen der Welt) zielt auf die Implementierung von Bildungssystemen, welche Menschen primär Fähigkeiten vermitteln sollen, die wiederum dem Arbeitsmarkt dienen. Der Prozess propagiert die Senkung der Kosten für die Ausbildung eines Menschen, verkürzt die Zeit der Ausbildung und bringt unterqualifizierte Arbeitskräfte hervor.

    → Bildung (sowie alle anderen Aspekte im Leben) als ein Handelsgut zu etablieren
    → den (zunehmenden) Einfluss von privatwirtschaftlichen Interessen, wenn es um die grundsätzliche finanzielle Ausstattung der öffentlichen Bildung geht
    → die (zunehmenden) Haushaltskürzungen für öffentliche Bildung weltweit
    → die "Privatisierung" öffentlicher Gelder durch die Subventionierung privatwirtschaftlicher Bildungseinrichtungen
    → die Ausbeutung von Angestellten in Bildungseinrichtungen

  • Wir setzen uns ein gegen die Diskriminierung und Beschränkung des Zugangs zu Bildungseinrichtungen basierend auf:
    → sozio-ökonomischem Hintergrund (Bildungssysteme sind zur Zeit so gestaltet, dass Menschen mit
    weniger Geld nicht im gleichen Umfang an ihnen partizipieren können
    )

    → Nationalität
    → Leistung
    → politische Ideologie und Aktivitäten
    → Geschlecht
    → sexuelle Orientierung
    → Religion
    → ethnischem Hintergrund
    → Hautfarbe

  • Wir setzen uns gegen die Bevorzugung von Forschung ein, welche primär darauf abzielt kommerziell verwertbare Patente anstatt für alle frei verfügbares Wissen zu generieren!
    → Öffentliche Bildungseinrichtungen werden vermehrt dazu gedrängt, um private Sponsoren zu konkurieren, um (Grundlagen-)Forschung durchzuführen; gleichzeitig weisen Gelder aus privatwirtschaftlichen Quellen die Tendenz auf nur in profitversprechende Forschung investiert zu werden (- was wiederum zu einer Reduzierung von Mitteln für die Forschung in Bereichen, die eventuell von großer Bedeutung für die Öffentlichkeit wären, jedoch als nicht wirtschaftlich lukrativ eingestuft werden, führt). Ob Bildungseinrichtungen und ihre Mitglieder als "exzellent" eingestuft werden, hängt von ihrer wirtschaftlichen Leistung ab, was wiederum meist ein Kriterium für die Unterstützung durch weitere öffentliche Gelder ist.
  • Wir setzen uns bei der Vergabe von Mitteln gegen die Bevorzugung gewinnorientierter Forschung anstatt für Lehre und Grundlagenforschung ein.
  • Wir lehnen Aktivitäten der Armee innerhalb von Bildungseinrichtungen ab:
    → keine Forschung speziell für militärische Zwecke
    keine Werbe- und Rekrutierungsaktivitäten der Armee

Wofür kämpfen wir?

  • INHALT:
    → freie und emanzipatorische Bildung als ein Menschenrecht: Bildung sollte primär dem individuellen
    Interesse dienen emanzipiert zu sein, das heisst
    befähigt zu werden die einen umgebenen Machtstrukturen und das Umfeld kritisch zu reflektieren und zu verstehen; Bildung sollte nicht nur die Emanzipation des Individuums ermöglichen, sondern auch der Gesellschaft als Ganzes
    → Bildung als ein öffentliches Gut, in welchem sich ausschließlich öffentliche Interessen widerspiegeln
    → akamdemische Wahlfreiheit: die Freiheit jeglicher akademischer Disziplin nachzugehen

  • ZUGANG:
    frei von monetären Bezahlungsmechanismen für Teilnehmende sowie jedwede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung und somit für den freien Zugang für alle Individuen
    → ausreichende Mittel für alle öffentlichen Bildungseinrichtungen unabhängig von ihrer Rentabilität

  • AUFBAU:
    → alle Bildungseinrichtungen sollen demokratisch strukturiert sein (
    Basisdemokratie als Grundlage für Entscheidungsprozesse)

Warum auf lokaler und globaler Ebene?

Die Auswirkungen des derzeitigen globalen Wirtschaftssystems verursachen Kämpfe auf der ganzen Welt. Während wir versuchen Druck auszuüben, um die lokale/regionale Politik und Gesetzgebung zu beeinflussen, müssen wir uns immer über die globale und strukturelle Natur unserer Probleme bewusst sein. Zudem ist es notwendig sich über Taktiken, Erfahrungen in Organisationen und theoretisches Wissen auszutauschen sowie voneinander zu lernen. Kurzfristige Veränderungen können teilweise auf lokaler Ebene erreicht werden, eine grundsätzliche Veränderung hingegen wird es nur geben, wenn wir uns global vereinen.

Bildungssysteme weltweit machen genau das, was sie innerhalb dieses Wirtschafts- und Staatssystems tun sollen: selektieren, ausbilden und Ignoranz sowie Unterwerfung schaffen. Wir vereinen uns für ein anderes Bildungssystem und ein anderes Leben.

Wir halten zusammen gegen jegliche Formen der Repression seitens der Staatsapparate weltweit gegen Menschen, die sich für freie und emanzipatorische Bildung einsetzen.

Die folgenden Gruppen und Individuen unterstützen diese Erklärung, helfen diese weiter zu verbreiten und werden sich vermehrt für die Vernetzung bildungspolitisch aktiver Gruppen weltweit einsetzen sowie sich aktiv in der "Globalen Aktionswelle für Bildung" einbringen.

Wenn auch du/ihr als Einzelperson oder Gruppe diese Erklärung unterstützen willst/wollt, dann schreibe/schreibt eine e-Mail an: united.for.education@gmail.com

~ one world - one struggle ~

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Guppen, die bisher die "Gemeinsame Erklärung" unterstützen:



Einzelpersonen, die bisher die "Gemeinsame Erklärung" unterstützen:

 

[Eine Liste mit Empfehlungen von theoretischen Texten in Verbindung mit dem Kampf für freie und emanzipatorische Bildung wird es bald hier geben! Vorschläge können gerne an folgende Adresse geschickt werden: united.for.education@gmail.com]